Einsparungen bei Bädern: DLRG Saar besorgt über Finanzgutachten des Landes

Nach der Veröffentlichung des Finanzgutachtens der Landesregierung am vergangenen Montag zeigt sich die DLRG im Saarland besorgt darüber, dass ausgerechnet die Bäder im Land als herausragende Einsparmöglichkeit genannt werden.

Dort hieß es, der „sehr hohe Versorgungsgrad“ mit Bädern im Land sei nicht zu halten. Mit Blick auf die für Schwimmkurse notwendigen Hallenbäder kann jedoch schon heute nach Ansicht von Landesverbands-präsident Dr. Gerd Bauer nicht von einem übermäßig hohen Versorgungsgrad gesprochen werden: „Wenn von Orten wie Gersheim oder Nunkirchen aus das nächste Hallenbad 15 Kilometer weit entfernt liegt, dann ist das gerade so machbar, aber beileibe nicht luxuriös. Vor allem dann, wenn man die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen muss.“ Vergleiche mit Regionen wie dem Ruhrgebiet oder Berlin, die über ein weitaus besser ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln verfügen, sind aus seiner Sicht daher nicht realistisch.

Hallen- und Freibäder gehören nach Ansicht der DLRG zur Daseinsfürsorge der Kommunen. „Ein Schwimm-kurs“, so Bauer „ist noch immer die günstigste Lebensversicherung. Und im Gegensatz zu anderen Sport-arten, für die Sportstätten ebenfalls zur Verfügung gestellt werden, kann man diesen Sport bis ins hohe Alter gesundheitsfördernd betreiben.“ Dass die Schließung eines Hallenbades ein hohes Einsparpotenzial darstellt, sei darüber hinaus nicht neu. Eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung halte er aber aus den genannten Gründen für zu kurz gedacht.

Der saarländische Landesverband der DLRG hat nach den letzten schmerzhaften Bäderschließungen im Land selbst immer wieder angeregt, das Thema auf Landesebene anzugehen und ein überregionales Konzept zu erarbeiten. „Allerdings haben wir dabei nicht an eine reine Auswahlkommission gedacht, die nun darüber entscheidet, in welcher Reihenfolge die nächsten Bäder geschlossen werden. Es muss vielmehr darum gehen, eine möglichst flächendeckende Bäderstruktur zu erhalten, die beispielsweise jedem Kind mit einem erträglichen Aufwand den Zugang zu einem Schwimmkurs ermöglicht“, so Bauer.

Er vermisse derzeit eine ergebnisoffene Herangehensweise an das Thema. So müsse man zum Beispiel auch prüfen, inwiefern durch die Investition in den energieeffizienten Neubau eines kleineren Lehrschwimmbeckens nach der Schließung eines sanierungsbedürftigen Hallenbades die Schwimmausbildung vor Ort aufrecht-erhalten werden könne, während gleichzeitig durch deutlich geringere Betriebskosten ein Spareffekt erzielt wird.

Auch die Zeiten, in denen die ausbildenden Verbände und Vereine ins Bad dürfen, gehören nach Ansicht von Bauer mit auf den Prüfstand: „Schon heute reichen die Hallenbadzeiten, die der DLRG im Land für die Schwimmausbildung von Kindern zur Verfügung stehen, nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen. Bei rund 75 Prozent unserer DLRG-Ortsgruppen stehen Eltern auf Wartelisten, damit ihr Kind schwimmen lernen kann. Eine ersatzlose Schließung weiterer Hallenbäder würde diese Situation dramatisch verschlimmern.“