Die DLRG-Jugend gendert

Die Erkenntnis, dass unsere Sprache auch unser Denken und Handeln beeinflusst, ist ein alter Hut. Das Gendern ist deshalb keine neue Erfindung, sondern schon 2007 hat sich die DLRG-Jugend für das Gendern mit dem / entschlossen, z.B. Teilnehmer/innen. Sie sieht jedoch lediglich die männliche und die weibliche Form vor. Daher nutzt die DLRG-Jugend ab sofort eine möglichst genderneutrale Sprache (z.B. Teilnehmende) und nur, wenn das nicht möglich ist, wird das * statt dem / genutzt (z.B. Referent*innen als Stellenbezeichnung). Das * lässt eine symbolische Lücke für alle jene, die sich nicht einem der beiden Geschlechter eindeutig zuordnen wollen oder können, wie z.B. Trans* und Inter*-Personen.

Mit diesem Beschluss nähert sich die DLRG-Jugend der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Denn aktuelle Studien zeigen, dass sich etwa die Hälfte der Jugendlichen nicht eindeutig als männlich oder weiblich definieren möchte oder kann (z.B. „Safer Places – Peer Violence. Sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen im Kontext der Jugend- und Jugendverbandsarbeit“ von der Universität Kassel). Die Nutzung einer gendersensiblen Sprache ist zudem ein wichtiger Schritt zur Erfüllung des strategischen Zieles: Der weiteren Öffnung der DLRG-Jugend nach innen und nach außen. Nur wenn der Verband nach außen präsentiert, dass alle Menschen mitgedacht sind, wird deutlich, dass sie auch einen Platz in den Kinder- und Jugendgruppen haben. Auch dem Leitbild wird damit näher gekommen, in dem sich die DLRG-Jugend gegen Ausgrenzung (damit ist auch sprachliche gemeint), Intoleranz und für die gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen einsetzt.

Sprechen ist immer auch Handeln! Sprache kann niemals auf neutrale Art und Weise nur Informationen übermitteln, sondern sie schafft Bilder im Kopf und wird damit Realität. Sie kann verletzen oder längst überholte gesellschaftliche Bilder verfestigen: Wenn nur von Männern und Frauen, oder sogar nur von Männern die Rede ist. Darum hat die DLRG-Jugend auf dem Bundesjugendtag 2019 in Nürnberg diesen wichtigen Schritt beschlossen.